Häftlingsdatenbank · Gefangenenliste 1857
Friedr. Grau
Nr. 4356 · Arbeitshaus · eingeliefert am 06.06.1857
Person
- Vorname
- Friedr. Einordnung: Friedrich
- Name
- Grau
- Geschlecht
- männlich
- Geboren
- 27.04.1829
- Geburtsort
- Ehrenhain
- Aufenthaltsort
- Pöppschen
- Alter bei der Einlieferung
- 28
- Eltern
- ehelich. Vater: Schneidermeister Melchior Grau. Mutter: Justine geb. Mösel Einordnung: ehelich
- Stand, Gewerbe
- Schneidergeselle Handelsm. Einordnung: GesellegelerntSchneider
- Personenstand
- ledig Einordnung: ledig
Haft
- Anstalt
- Arbeitshaus
- Strafe
- 7 Jahre AH. Vollbrachter u. versuchter Betrug. Einordnung: Betrug
- Strafdauer
- 7 Jahre
- Eingeliefert
- 06.06.1857
- Entlassen
- 23.12.1858
- Krankheit
- krank
Vorstrafen
- Vorstrafen
- nein Einordnung: nicht vorbestraft
Kenntnisse
- Lesen
- kann lesen Einordnung: genügend
- Schreiben
- kann schreiben Einordnung: ungenügend
- Religionskenntnisse
- keine
Lebensweg
nach seiner Confirmation die Schneiderprofession erlernt, dann gewandert, will da ersparnisse gemacht haben, dann gehandelt, in dem Haus der Marie Kröber in Pöppschen mit dieser, die er hat heirathen wollen , gegen ... gelebt. Mit der Kröber einen Sohn außerehelich erzeugt, hat 4 Jahre 1 1/2 Monate mit gutem Betragen im Militärdienst gestanden, gilt für voreilig und ...heftig, heist der reiche Schneider, machte bedeutende auffallende und prahlerische Verschwendunger ca 11,000 Schuld... namentl. nach außen, hielt Pferde, bediente, reichen Weinkeller, hatte aber kaum die nothdürftigste Leibwäsche und Maubles. geheimnißvoll über seine Erwerbsquelle.
Charakter
pp. Grau will auf der einen Seite noch mehr Strafe verdient haben, als zugesprochen worden ist, auf der anderen Seite bramarbosirt er auf seine dumm dreiste bäuerische Weise, in dem er behauptet, daß er nach seiner Entlassung hier werde über ebensoviel Fremdgeld wieder gebieten können, als früher. Er spricht viel von seiner geistigen Kraft und großen Geschicklichkeit. Damit steht aber im geraden Widerspruch die geringe Summe seiner Schulkenntnisse, in dem er nur ganz leidlich lesen, nur wenig schreiben, aus dem Katechismus gar nichts weiß. Wie 9 x 12. u. 10 x 12 ist, weiß er nicht richtig zu beantworten. Trotz seiner demüthigen Worte die er vorbringt tritt er doch daneben ein an Verrücktheit streichendes, hochmüthiges Wesen bei ihm hervor.
Bemerkungen
23. Dezember 1858 für verstorben.
Weitere Einträge
Auf diesen Eintrag verweist:
- Nr. 4824 – Gustav Steinbach (Wintersdorf, eingeliefert 1865)
- Nr. 4881 – Gustav Steinbach (Wintersdorf, eingeliefert 1866)
Zitieren
Peter Haufschild, Häftlingsdatenbank der Leuchtenburger Anstalten 1724–1871, Nr. 4356 (Friedr. Grau), https://www.haufschild.de/veroeffentlichungen/haeftlinge-leuchtenburg/datenbank/nr/4356/